FDP fordert nach Durchsuchung der Kreissparkasse Weilburg mehr Transparenz

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Ortsschild Löhnberg

Ausweitung der Ermittlungen um die Finanzaffäre Löhnberg 

LIMBURG-WEILBURG. Nach der Hausdurchsuchung bei der Kreissparkasse Weilburg am 8. September fordert die FDP im Landkreis eine umfassende Aufklärung der Vorgänge. Im Mittelpunkt steht dabei auch die Rolle des Verwaltungsrats und dessen Vorsitzenden, Landrat Michael Köberle.

„Jetzt braucht es maximale Transparenz – und zwar proaktiv“, fordert die FDP-Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Marion Schardt-Sauer. Eine Durchsuchung der Geschäftsräume eines Kreditinstituts sei ein Vorgang von erheblicher Tragweite und könne das Vertrauen von Kundinnen und Kunden erschüttern.

Nach Angaben der FDP geht es bei den Ermittlungen um den Verdacht möglicher unrechtmäßiger Darlehensvergaben an die inzwischen insolvente Löhnberger Grundbesitz GmbH. Die strafrechtliche Bewertung liege bei den zuständigen Ermittlungsbehörden, betont die FDP. Unabhängig davon müsse aber auch die institutionelle und politische Verantwortung für Aufklärung und Transparenz wahrgenommen werden.

Besonders gefordert sieht die FDP Landrat Michael Köberle in seiner Funktion als Vorsitzender des Verwaltungsrats der Kreissparkasse Weilburg.

„Der Landrat kann sich jetzt nicht darauf zurückziehen, dass die Staatsanwaltschaft ermittelt“, sagt Dr. Klaus Valeske, FDP-Kreistagsmitglied und Kommunalpolitiker. Die Durchsuchung müsse Anlass sein, die internen Strukturen, Entscheidungswege und Kontrollmechanismen der Sparkasse zu überprüfen.

„Die entscheidende Frage lautet: Was ist hier möglicherweise schiefgelaufen und wer ist dafür verantwortlich?“, so Valeske.

Die FDP verweist zugleich darauf, dass sie bereits im Zusammenhang mit dem Löhnberger Finanzskandal eine umfassende Aufklärung gefordert habe. Durch die Ermittlungen im Umfeld der Kreissparkasse habe diese Forderung zusätzliche Bedeutung bekommen.

„Jetzt darf niemand auf Tauchstation gehen und darauf warten, was die Ermittlungsbehörden irgendwann herausfinden“, sagt Schardt-Sauer. Wer Vertrauen zurückgewinnen wolle, müsse selbst aktiv aufklären – „proaktiv, umfassend und nachvollziehbar“.

Die FDP fordert deshalb von Landrat Köberle, auf eine umfassende Aufarbeitung hinzuwirken und darzulegen, welche Kontrollmechanismen bei den betreffenden Vorgängen bestanden, ob diese funktioniert hätten und welche Konsequenzen gegebenenfalls daraus gezogen würden.

„Es geht nicht um Vorverurteilungen“, betont Valeske. „Es geht um Verantwortung. Und es geht um das Vertrauen der Menschen.“

Der FDP-Kreispolitiker appelliert an den Landrat: „Herr Köberle, jetzt ist Führung gefragt. Warten ist keine Strategie. Die Menschen und gerade die Kundinnen und Kunden der Kreissparkasse erwarten zu Recht maximale Transparenz. Nur so lässt sich verlorenes Vertrauen zurückgewinnen.“