Windräder auf dem Kuhbett genehmigt

Windkraft5. Januar 2017

FDP: Genehmigung für Windräder auf dem Kuhbett ist schlechte Nachricht für ganze Region

Die FDP im Kreis Limburg-Weilburg hat die am letzten Tag des Jahres erfolgte Genehmigung für vier der sechs Windräder am Kuhbett scharf kritisiert. Die Kreisvorsitzende Marion Schardt-Sauer und der stellvertretende Kreisvorsitzende Tobias Kress, der auch Mitglied der Regionalversammlung Mittelhessen ist, zeigten sich verärgert über das Vorgehen des Regierungspräsidiums.

Subventionen für Investor wichtiger als Naturschutz und Anwohner!

„Die Genehmigung erscheint doch sehr übereilt, wenn man sich vor Augen führt, dass noch am Tag vor der Genehmigung die letzten Unterlagen per Kurier eingegangen sind“, erklärte Schardt-Sauer. Tobias Kress ergänzt: „Vor dem Hintergrund, dass sich die Gesetzeslage ab 2017 grundlegend ändert und Investoren dann nicht mehr einer überzogenen Subvention sicher sein können, fragt man sich schon in welchem Interesse das RP hier das Verfahren so beschleunigt hat. Offensichtlich wiegt hier das Interesse eines Investors an Subventionen höher als der Naturschutz und die Interessen der Anwohner.“

Gerade weil es beim fünften Windrad ja offensichtlich erhebliche naturschutzfachliche Bedenken gebe, frage man sich doch, warum das bei den vier anderen Windrädern in unmittelbarer Nähe nicht so sein solle? Daher hätte die Genehmigung nicht so überstürzt vor dem Jahreswechsel erteilt werden dürfen.

Bedenken werden einfach weggewischt

Die FDP im Kreis hatte sich im vergangenen Oktober am Kuhbett ein Bild von der Situation gemacht. „Bei unserem Besuch waren viele Einwohner von Schwickershausen, Dombach und Hasselbach anwesend, die zu Recht massive Einschränkungen ihrer Lebensqualität befürchten. Diese Bedenken einfach so wegzuwischen und mit der Mehrheit in den Gremien zu begründen, erscheint doch sehr bürgerfern“, so die Kreisvorsitzende der Liberalen. Da müsse man sich nicht wundern, wenn die Leute nachher ihr ehrenamtliches Engagement in Frage stellten.

Teure Verschandelung der Landschaft, ohne Beitrag zu sicherer Energieversorgung

Mehr als 30 Windräder sind derzeit im Kreis Limburg-Weilburg in Planung. Das bedeutet eine Verdopplung der derzeitigen Anzahl. Die Eingriffe in Natur und Landschaft gerade bei den Windrädern im Wald sind massiv und nicht mehr rückgängig zu machen. „Die Abstimmung in Merenberg hat gezeigt, dass die Menschen diese Verschandelung der Landschaft, die Unmengen Geld kostet und nichts zur sicheren Energieversorgung beiträgt, nicht mehr wollen“ so der stellvertretende Kreisvorsitzende Tobias Kress. Die Politiker in Bund, Land und Kommunen müssten endlich begreifen, dass sie die Natur nicht retten könnten, indem sie Hektarweise Wald für Windräder roden und dann Betonfundamente in den Waldboden einlassen.

Was macht Bad Camberg bei Windstille?

Vor allem Aussagen zur angeblichen hundertprozentigen Deckung mit Erneuerbaren Energien stoßen auf Kritik der Freidemokraten. „Was macht Bad Camberg bei Windstille?“ fragt Tobias Kress. „Das Suggerieren man könne mit dem Windstrom vom Kuhbett den eigenen Bedarf decken, ist kein redliches Argument.“ Denn Strom lasse sich nach wie vor nicht speichern und müsse aber jederzeit in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Allein an Weihnachten 2016 hat Deutschland Strom im Wert von 25 Mio. € ans Ausland verschenkt, weil zu viel Windstrom sonst das Netz gesprengt hätte. Die FDP hat daher beschlossen, dass sie den Ausbau der Windkraft so lange stoppen will, bis klar ist, wie der Strom aus Wind uns Sonne überhaupt sinnvoll genutzt werden kann. Dazu gebe es bisher keine vernünftigen Ansätze.

© FDP-Kreisverband Limburg-Weilburg · Marion Schardt-Sauer
Titelfoto: Stadtreinigung Hamburg/ SRH/ DPA
Im Januar umgestürztes Windrad in Niedersachsen