Schulfusion: an den Bedürfnissen vorbei

13. April 2019

Schulfusion geht an den Bedürfnissen von Kindern und Eltern vorbei

Bericht aus dem Kreistag – Bildung:

Am Freitag hat der Kreistag die Schulfusion der Schule im Emsbachtal in Niederbrechen mit der Schule im Goldenen Grund in Selters beschlossen. Für die Freien Demokraten hat der Brecher Kreistagsabgeordnete Tobias Kress diese Fusion inhaltlich kritisiert und die unabsehbaren Folgen als Hauptgrund dafür genannt, dass die Freien Demokraten gegen die Fusion stimmen werden. Insbesondere drei Punkte hob Tobias Kress in seiner Rede vor dem Kreistag hervor: Erstens, sei die Debatte allein aus der Perspektive der Schulorganisation und der Verwaltung geführt. Die beste Bildung für unsere Kinder stehe dabei eher hinten an. Ausgehend von der Forderung aus Wiesbaden die Schulorganisation zu verändern, werde hier an den Bedürfnissen vorbei gehandelt. Zweitens kritisierte Kress ausdrücklich, dass durch die Veränderungen die Gremien der Schule viele Monate – vielleicht sogar Jahre mit organisatorischen Fragen beschäftigt sind und deshalb pädagogische Fragen auf der Strecke bleiben. „Gerade hier liegt aber die Stärke beider Schulen“, so der Kreistagsabgeordnete Kress. Der dritte Kritikpunkt ist der Umgang mit den beiden Grundschulen, die in die Fusion einbezogen werden. Kress fragte in die Runde: „Warum nehmen wir nicht wenigstens die Grundschulen raus aus der Fusion? Obwohl diese die wichtigste Grundlage für die Bildung unserer Kinder setzen, gehen sie in einer Verbundschule mit fast 1.000 Schülern unter. Bereits jetzt sind viele Eltern mit der Situation der Grundschulen nicht komplett zufrieden. Hier gäbe es die Möglichkeit, die Grundschulen in Niederbrechen und Niederselters zu stärken.“

Insgesamt war jedoch bei CDU, SPD, Grünen und Freien Wähler kein Umdenken in der Sache mehr zu erreichen. Mit dieser deutlichen Mehrheit wurde die Fusion durchgesetzt. Wir hoffen im Sinne der Schülerinnen und Schüler, dass wir mit unseren Bedenken am Ende falsch liegen. Dennoch steht zu befürchten, dass die Fusion am Ende leider keine positiven Effekte, sondern eher negative Folgen für die Bildungsangebote, die Betreuungsangebote und die Pädagogik haben wird.